203. Tagung der Vereinigung NordDeutscher Chirurgen

Grußwort der Senatorin zur Eröffnung der 203. NDCH-Online-Tagung

Sehr geehrter Herr Tagungsvorsitzender Dr. Bruns,

sehr geehrte Co-Tagungsvorsitzende Herr Dr. Keresztury, Herr Dr. Nickel und Herr Prof. Dr. Haasper,

sehr geehrter Herr Prof. Dr. Junghans,

sehr geehrte Referent:innen,

sehr geehrte Teilnehmer:innen,

 

Ich freue mich, Sie zur 203. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen e.V. „virtuell“ in Bremerhaven willkommen zu heißen.

Dieses Jahr kann Ihre Tagung aufgrund der besonderen Umstände der Pandemie nur im digitalen Format stattfinden, doch Sie haben die damit verbundene Herausforderung als Chance genutzt: Sie konnten spannende überregionale Referent:innen gewinnen und geben vielen Kolleg:innen eine neue Möglichkeit der Teilnahme. Durch eine Live-Schaltung zu den Antarktisforscher:innen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts demonstrieren Sie darüber hinaus das Potenzial digitaler Anwendungen, u.a. für die Telemedizin.

Die Stadt Bremerhaven verfügt mit dem Klinikum Bremerhaven Reinkenheide über das größte Krankenhaus der Unterweserregion. Die chirurgischen Schwerpunkte des Klinikums liegen im Bereich der Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

An der Vorbereitung dieser Tagung war auch das nahegelegene AMEOS Klinikum Seepark Geestland nördlich der Stadtgrenze beteiligt, das mit seinem zertifizierten Endoprothetikzentrum alle Bereiche der Gelenkchirurgie abdeckt. Komplettiert wird das chirurgische Leistungsangebot durch das AMEOS Klinikum Am Bürgerpark und das AMEOS Klinikum Mitte Bremerhaven. Alle diese Kliniken besitzen eine zentrale, zum Teil weit überregionale Bedeutung für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung.

Der Wandel ist für uns alle momentan die einzige Konstante und dies in vielerlei Hinsicht. Geänderte demographische und berufliche Rahmenbedingungen wirken sich auch auf das Berufsfeld Chirurgie aus. Ich begrüße es deshalb insbesondere, dass Sie sich am zweiten Tag Ihrer Tagung des Schwerpunkts „Zwischen Fachkräftemangel und Zukunft: Leben und Arbeiten“ annehmen. Dies gilt für alle Professionen: Krankenhäuser sind multiprofessionelle Einrichtungen und es ist nicht zuletzt der aus stationären Behandlungen und Operationen resultierende akute Pflegebedarf von Bürger*innen, der unsere Krankenhäuser notwendig macht.

Eine enge, wertschätzende Kooperation aller Berufe im Krankenhaus ist eine wichtige Erfolgsvoraussetzung. Positive Entwicklungen in Krankenhäusern benötigen einerseits neue Strukturen und Prozesse, die weniger hierarchisches und mehr teamorientiertes Handeln und außerdem mehr Handlungs­autonomie, z.B. für die Pflege und andere Gesundheitsberufe beinhalten.

Neben der Notwendigkeit moderner Strukturen und Arbeitsprozesse ist gerade für Führungskräfte die Bereitschaft zur Weiterentwicklung persönlicher Einstellungen unerlässlich. Die Chirurgie ist traditionell stark männlich geprägt. Lange, wenig planbare Dienstzeiten, körperliche Beanspruchung und nicht selten konkurrenzorientierte Teamsituationen trugen zu einem manchmal fast „heroisierenden“ Bild des Berufs bei.

Seit einiger Zeit stellen veränderte Rahmenbedingungen auch die Chirurgie vor vielfältige Herausforderungen, auf die es entsprechend zu reagieren gilt. Die wohl größte Herausforderung: auch die Chirurgie ist von einem gravierenden Nachwuchsmangel betroffen. Und: Die Zukunft der Chirurgie ist weiblich. Von den neu Approbierten sind rund 60% weiblich, aber nur etwa 22 % aller in der Chirurgie Tätigen sind nach aktuellen Daten der Bundesärztekammer Frauen.

Gemeinsam sollten wir die Chancen darin erkennen, Frauen in der Chirurgie bessere Berufswege zu eröffnen. Die Förderung von Frauen – wie die Förderung von gesellschaftlicher Diversität insgesamt – wirkt in aller Regel doppelt positiv, nach innen wie nach außen. Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zeigen immer wieder: Diverse Teams sind stärkere Teams und Frauen in Leitungsverantwortung (Frauen besetzen z.Zt. nur 5% aller chirurgischen Chefärzt:innenstellen) erweitern das Repertoire von Führungshandeln in Organisationen nachhaltig.

Und auch nach außen wirken sie als „Rolemodels“, die anderen Frauen signalisieren, dass der Weg in die Chirurgie Erfolgsaussichten bietet. Gleiches gilt für die bewusste Erweiterung Ihrer Teams um Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Nutzen Sie diese Möglichkeiten.

Es gibt bereits konkrete Handlungsleitfäden zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie den des Projekts „FamSurg – Ein Projekt zur Förderung von Frauen und familienfreundlichen Strukturen in der Chirurgie“ des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein („FamSurg“: Abk. für „Family and Surgery“). Und ich werbe ausdrücklich für die Etablierung moderner Arbeitszeitmodelle wie Jobsharing, Teilzeitstellen, flexiblere Arbeitszeiten bis zu Unterstützung bei Kita-Betreuungsangeboten. Diese Dinge sind aktuell mit bestehenden Dienstplänen kaum umzusetzen, d.h. wir sprechen hier auch über ärztliche Stellenpläne, was wiederum mit Kosten verbunden ist.

Wenn wir eine zukunftsfeste Chirurgie haben wollen, werden wir aber an grundlegenden strukturellen Veränderungen nicht vorbeikommen. Diese Herausforderung wartet in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung auf Politik und Gesellschaft, doch die gegenwärtige Pandemie sollte uns allen verdeutlicht haben, wie wertvoll ein gut aufgestelltes Gesundheitssystem ist.

Jetzt wünsche ich Ihnen eine spannende und gewinnbringende Tagung,

Ihre Claudia Bernhard
Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz

Bremerhaven
Wichtige Termine

  • 31. März 2021 18. April 2021
    Deadline Abstract Einreichung verlängert
  • 31. März 2021
    Öffnung online Anmeldung
  • 19.-30. April 2021
    Abstract Review Phase
  •  
  • 3. und  4. Juni 2021
    203. NDCH Sommertagung light
    -virtuell-
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NDCH – Vereinigung NordDeutscher CHirurgen

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